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Jazz Young Spirit Compilation I


Kurzbeschreibung:
Mögen die USA und Kuba politisch auch in unterschiedlichen Sphären leben, die Musik hat noch jedes Embargo, jede Trennung überwunden. So wurde das Mutterland des Jazz auch nach der Revolution kontinuierlich von den Klängen und [...]

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Jazz Young Spirit Compilation I


Produktbeschreibung:

Mögen die USA und Kuba politisch auch in unterschiedlichen Sphären leben, die Musik hat noch jedes Embargo, jede Trennung überwunden. So wurde das Mutterland des Jazz auch nach der Revolution kontinuierlich von den Klängen und Rhythmen der Karibikinsel beeinflusst, man denke nur an Namen wie Arturo Sandoval oder Paquito D’Rivera. Und auf Kuba blieb neben der Traditionspflege die Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Jazz stets Pflichtaufgabe der jeweils nächsten Musikergeneration. Viele internationale Jazzstars von Gonzalo Rubalcaba oder Roberto Fonseca bis zu Chucho Valdez oder El Greco sind hier aus dieser gegenseitigen Befruchtung hervorgegangen.
Der deutsche Musikliebhaber und Produzent Detlef Engelhard weiß seit einem Vierteljahrhundert darum. Er ist nicht nur einer der besten Kenner, sondern mit seinem Termidor Musikverlag auch einer der wichtigsten Verbreiter der kubanischen Musik, insbesondere des kubanischen Jazz. Gemeinsam mit Wim Wenders produzierte er zum Beispiel 2004 German Krals Film „Musica Cubana“, der neben den großen Alten Pio Leiva und Benny More die „Söhne des Buena Vista Social Clubs“, also die damals aktuelle Szene mit Künstlern wie Los Van Van, Pupy y Los Que Son Son oder El Nene ins Rampenlicht rückte. Mit Paquito D’Rivera arbeitete Engelhard seit den achtziger Jahren zusammen, die jüngste gemeinsame Produktion „jaZZclaZZ“ war 2010 für einen Grammy nominiert. Dieser Erfolg und die Tatsache, dass er nicht zuletzt durch den Zuspruch einer neuen, dem Jazz aufgeschlossenen Hörergeneration zustande kam, bestärkten Engelhard in dem Entschluss, nun den Weg für junge Jazzmusiker zu bereiten.
Er entschied sich dazu für eine Referenz-Serie mit jungen Interpreten unter dem Titel „Young Jazz Spirit“. Zehn junge, aber sozusagen zu allem entschlossene Talente werden auf dieser ersten Compilation präsentiert, neun davon stammen ursprünglich aus Kuba. Viele von Ihnen sind Sieger beim seit 1998 stattfindenden JoJazz Festival in Havanna, das zur wichtigsten Bühne und Kaderschmiede des jungen kubanischen Jazz geworden ist. Da wäre zum Beispiel der 29-jährige Trompeter Yasek Manzano, der sich im Startjahr als erster Gewinner eintragen lassen konnte. Schon zuvor hatte er blutjung an der legendären New Yorker Juillard School studiert, Roy Hargrove persönlich hatte dem überragenden Talent eine Trompete geschenkt. Die 27-jährige Pianistin und Sängerin Marialy Pacheco war 2001 bei JoJazz erfolgreich, der Klarinettist Ernesto Vega 2003. Der 26-jährige Pianist Harold Lopez Nussa gewann den nicht minder wichtigen nationalen Amadeo Roldan Grand Prize bereits im Alter von zehn Jahren, 2005 entschied er die 39. Piano Competition beim Montreux Jazz Festival für sich, den vielleicht weltweit bedeutendsten Preis seiner Art.
Ob sie oder der Saxophonist Ariel Bringuez, der in Barcelona lebende Trompeter Carlos „Charly“ Sarduy oder die Pianisten Rember Duharte, Dayramir Gonzales und Alejandro Vargas - sie alle genossen die im kubanischen Ausbildungssystem exzellente klassische Ausbildung, auf dessen Grundlage sie ihre eigene Jazzmusik ohne technische Limits entwickeln konnten. Und so öffnet sich auf „Jazz Young Spirit Compilation I“ ein Füllhorn verschiedenster individueller Herangehensweisen. Da wären die funkigen oder groovenden Interpretationen der klassischen Stile wie Rumba, Son oder Descarga von Charly Sarduy, Dayramir Gonzeles und seiner Band Habana en Trance oder ; die intelligente und erfrischende Fassung des Jobim-Standards „A Felicidade“ von Harold Lopez Nussa; den fast an den Progressive Rock von Emerson, Lake & Palmer erinnernden Reißer „Palanque“ von Rember Duharte; die an die europäische Tradition wie an arabische Elemente anknüpfenden Klarinettenläufe von Ernesto Vega; der fintenreiche, an Ruben Gonzales gemahnende Pianostil von Alejandro Vargas; die einerseits afrikanische Elemente aufnehmenden, dann nach pulsierenden Hochdruckjazz etwa aus einem New Yorker Club klingenden Kompositionen eines Ariel Bringuez; oder Yasek Manzanos sehr freien Modern Jazz. Wer will, kann sogar die melodischen und dynamischen Einflüsse des ideentechnisch derzeit dominierenden skandinavischen Jazz heraushören, etwa bei Marialy Pacheco.
Sozusagen als Tüpfelchen auf dem i ist schließlich noch eines der größten amerikanischen Talente - mit lateinamerikanischem Familienhintergrund - auf Jazz Young Spirit vertreten: Die Sängerin und Bassistin Esperenza Spalding. Aus schwierigen Verhältnissen hat sie sich in kürzester Zeit zur jüngsten Dozentin in der Geschichte der ruhmreichen Bostoner Berklee School of Music und zum musikalischen Lieblingsgast von Präsident Barack Obama - ob im Weißen Haus oder zuletzt bei der Nobelpreisverleihung – emporgearbeitet. Mit ihrem flinken Bassspiel und ihren unnachahmlichen lautmalerischen Vokalesen verleiht sie hier Egberto Gismontis Klassiker „Loro“ frischen Wind.
14 Titel, 14 Belege dafür, dass der Jazz die nach wie vor kreativste und zukunftsträchtigste ernsthafte Musikform der Gegenwart ist. Jedenfalls, wenn er von Musikern zelebriert wird, die so gleichermaßen traditionsbewusst wie wagemutig und weltoffen sind wie diese hier.


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